Was bedeutet der Zusatz t1, t2, t3 oder t4?

Die Prüfverfahren nach CEN/TS 1187 verwenden unterschiedliche Beanspruchungen. Vereinfacht betrachtet arbeitet t1 mit Brandsätzen, t2 mit Brandsätzen und Wind, t3 zusätzlich mit Strahlung; t4 verwendet ein eigenes zweistufiges Verfahren mit entsprechenden äußeren Beanspruchungen. Die vollständigen Bedingungen und Bewertungskriterien stehen im jeweiligen Verfahren. [1]

Die Ziffern sind keine aufsteigende Qualitätsnote. Aus einem Ergebnis nach t1 folgt deshalb nicht automatisch ein Ergebnis nach t3 oder t4. In einer Anfrage gehören Klassifizierung und Klammerzusatz immer zusammen.

Welche Schichten umfasst die Klassifizierung?

Der Klassifizierungsbericht nennt den geprüften Dachaufbau und seinen Anwendungsbereich. Wichtig sind Dachbahn, Dicke, Dämmstoff, Tragschicht, Befestigung, Neigung und gegebenenfalls zusätzliche Lagen. Bestimmte Änderungen können innerhalb des beschriebenen Bereichs liegen, andere benötigen eine eigene Bewertung.

Ein konkretes Beispiel ist Efectis 2025-R000982: Die dort aufgeführte Konstruktion enthält eine PVC-Bahn, BarrierSheet oberhalb der PIR-Dämmung und eine weitere BarrierSheet-Lage unterhalb der Dämmung sowie weitere Schichten. Dieses Ergebnis beschreibt einen Aufbau, nicht eine beliebig kombinierbare Einzelplatte. [2]

Was verändert eine PV-Anlage?

Ein Modul über der Dachbahn kann Wärmestrahlung zurück zur Dachfläche lenken und den Strömungsraum verändern. Der Abstand zur Bahn, die Modulneigung und die Ausrichtung beeinflussen das Brandgeschehen. Ein Test ohne diese Geometrie beantwortet deshalb nicht jede Frage zu einem Brand unter PV. [3]

Das entwertet die Dachklassifizierung nicht. Sie beantwortet eine klar definierte Frage. Zusätzliche Untersuchungen und eine geeignete Planung beantworten die Frage nach dem Zusammenwirken mit der PV-Anlage.

Warum eine Materialklasse den Dachtest nicht ersetzt

Eine A1-Platte kann Bestandteil eines Dachaufbaus mit brennbarer Dämmung und organischer Abdichtung sein. Ihre geringe eigene Brandbeteiligung ist nützlich. Für den gesamten Aufbau interessieren aber auch Fugen, Temperatur unter der Platte und mögliche Ausbreitungswege.

Eine dünne Lage kann Flammenkontakt begrenzen, während Wärme die darunterliegende Dämmung erreicht. Diese Unterscheidung wird im Vergleich mineralischer Verbundplatten anhand veröffentlichter Versuche erläutert.

Wie Sie den passenden Nachweis anfordern

Senden Sie nicht nur „Wir brauchen BROOF“, sondern Ihren Dachquerschnitt mit Materialnamen, Dicken, Befestigung und PV-Anordnung. Fragen Sie, welches Prüfverfahren relevant ist und welche Teile des geplanten Aufbaus vom Bericht erfasst werden.

Für Deutschland, die Niederlande und andere Märkte können unterschiedliche nationale Anforderungen und Projektvorgaben gelten. Die Auswahl wird deshalb mit der zuständigen Fachplanung abgestimmt. Ein fremdes Projekt oder eine andere Sprachfassung einer Herstellerseite ist keine automatische Übertragungsgrundlage.

Bestellen Sie keinen Nachweis nur nach dem Wort BROOF. Benennen Sie t1, t2, t3 oder t4, den vollständigen Dachaufbau und die geplante PV-Geometrie.