Was ist eine mineralische Verbundplatte?
Ein Faserträger hält eine dünne mineralische Matrix zusammen. Bei der Herstellung wird der Träger beschichtet oder durchdrungen; anschließend erhärtet das Bindemittel. Der Verbund verbindet eine geringe Aufbauhöhe mit einem zusammenhängenden mineralischen Querschnitt. Er ist weder automatisch eine tragende Platte noch eine Dachabdichtung.
AllShield BarrierSheet ist ein solcher Vergleichsfall. Das Produktdatenblatt von April 2026 nennt 2,5 mm Dicke und 3 kg/m² Flächenmasse, jeweils mit ±10 % Toleranz. Vorgesehen ist die Lage unter einer neuen Dachabdichtung. Diese Werte gehören zu diesem konkreten Fremdprodukt. [1]
Magnesiumphosphat und Zement: unterschiedliche Wege zur mineralischen Matrix
Magnesiumphosphatbinder erhärten durch die Reaktion einer Magnesiumkomponente mit einem Phosphat und Wasser. Eine zementgebundene Matrix erhärtet überwiegend hydraulisch: Die Reaktion des Zements mit Wasser bildet die bindenden Phasen. Füllstoffe, reaktive Feinstoffe, Fasern und weitere Zusätze beeinflussen Verarbeitung, Porengefüge und Festigkeit.
Die öffentlich zugänglichen BarrierSheet-Unterlagen beschreiben einen mineralischen Verbund, legen jedoch keine vollständige Handelsrezeptur offen. Eine Materialfamilie ist deshalb nicht mit einer exakten Rezeptur gleichzusetzen. VlamShield SHEET ist eine zementgebundene Platte mit beidseitiger Glasgitterarmierung. Die Auswahl richtet sich nach der Aufgabe im Dach, nicht nach der Ähnlichkeit der Oberfläche.
Warum eine dünne Lage Wärme durchlässt
Nichtbrennbarkeit beschreibt den eigenen Beitrag eines Materials zum Brand. Sie bedeutet nicht, dass seine Rückseite kühl bleibt. Für eine vereinfachte stationäre Betrachtung gilt R = Dicke / Wärmeleitfähigkeit. Mit den BarrierSheet-Datenblattwerten 0,0025 m und rund 0,6 W/(m·K) ergibt sich etwa 0,0042 m²K/W. Das ist ein Rechenbeispiel für Wärmedurchlasswiderstand, keine Vorhersage der Temperatur im Brandversuch. [1]
Unter Feuer verändern sich Materialeigenschaften und Feuchte. Wärmespeicherung, Verdampfung, Fugen und Strahlung kommen hinzu. Mehr Dicke kann bei vergleichbarem Material den Wärmedurchgang verzögern; eine pauschale Rangfolge unterschiedlicher Produkte folgt daraus nicht.
Was der ZAG-Bericht tatsächlich zeigt
Der veröffentlichte Bericht P 448/25-560-1 unterscheidet mehrere Aufbauten. Im Versuch AS1 begrenzte die Lage die Brandausbreitung, dennoch schmolz die EPS-Dämmung örtlich über ihre volle Dicke. Restflammen wurden nach rund 30 Minuten aktiv gelöscht. Das zeigt den Unterschied zwischen einer Barriere gegen direkten Flammenkontakt und einer thermischen Abschirmung. [2]
Bei AS2 beschreibt der Bericht unter anderem Durchbrand beziehungsweise Schwachstellen an Fugen und Schäden an der darunterliegenden Konstruktion. Die Ergebnisse dürfen weder als pauschales Versagen noch als Freigabe jedes Dachs zusammengezogen werden. Für die Auswahl zählen die einzelnen Schichten, Anschlüsse und beobachteten Temperaturen.
Eine oder zwei Lagen: zuerst den Aufbau lesen
Der Efectis-Bericht 2025-R000982 enthält zwei BarrierSheet-Lagen: eine oberhalb und eine unterhalb der PIR-Dämmung. Das ist nicht dasselbe wie zwei direkt übereinanderliegende Platten unter der Dachbahn. Aus diesem Bericht folgt auch keine allgemeine Vorgabe, jedes Projekt doppelt zu belegen. [3]
Eine zweite Lage verändert Materialmenge, Fugenanordnung, Befestigung und Kosten. Vergleichen Sie daher das vollständige Dachpaket. Unser Kostenbeispiel zeigt, wie eine zweite Lage die Kalkulation verändert; der Deckplattenvergleich ordnet die steiferen Alternativen ein.
Vergleichen Sie bei dünnen Lagen zusätzlich zur Brandklasse die Temperatur unter der Platte, die Fugen und die benötigte Lagenzahl.
Quellen und technische Unterlagen
- AllShield · BarrierSheet PDS, April 2026www.allshield.com
- ZAG · P 448/25-560-1, Brandversuche an Dachaufbauten mit EPS/PIRwww.allshield.com
- Efectis · Klassifizierungsbericht 2025-R000982, BROOF(t1)www.allshield.com
Nächster Schritt für Ihr Dach
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