A1: Wie trägt das Material zum Brand bei?

Die europäische Klassifizierung des Brandverhaltens nach EN 13501-1 ordnet den Beitrag eines Bauprodukts zum Brand ein. A1 ist eine Klasse für nichtbrennbare Produkte. Sie ist bei mineralischen Schutzlagen ein wichtiger Ausgangspunkt. Sie gibt jedoch weder eine zulässige Temperatur auf der Rückseite an noch eine Feuerwiderstandsdauer für das Dach.

Ein Beispiel ist die in der ETA-11/0458 beschriebene glasfaserverstärkte Brandschutzplatte. Ihre Materialklassifizierung und die Leistungen bestimmter Konstruktionen stehen an unterschiedlichen Stellen der Bewertung. Beide Angaben haben ihren eigenen Anwendungsbereich. [1]

EI und REI: Welche Funktion bleibt wie lange erhalten?

E steht für Raumabschluss, I für Wärmedämmung im Brandfall und R für Tragfähigkeit. Die Zahl nennt die klassifizierte Dauer in Minuten. Ob alle drei Kriterien oder nur einzelne relevant sind, hängt vom Bauteil und seiner Aufgabe ab. Ein Dachaufbau, eine Unterdecke und eine Bekleidung einer Betonplatte sind deshalb keine austauschbaren Prüfkörper.

Auch die Brandseite zählt. Ein Nachweis für eine Bekleidung unter einer tragenden Konstruktion ist nicht ohne Weiteres ein Nachweis für eine lose Schutzlage oberhalb einer PVC-Bahn. Der Vergleich braucht denselben Schutzgegenstand und nachvollziehbare Randbedingungen.

BROOF: Was passiert bei einer äußeren Brandbeanspruchung?

Die Dachklassifizierung nach EN 13501-5 verwendet unter anderem die Ergebnisse der Prüfverfahren nach CEN/TS 1187. Der Zusatz t1, t2, t3 oder t4 bezeichnet das Verfahren. Die Verfahren verwenden unterschiedliche Beanspruchungen und Bewertungskriterien; ihre Nummern bilden keine einfache Rangliste. [2]

Für ein PV-Dach kommt hinzu, dass Module den Wärme- und Strömungsverlauf oberhalb der Dachbahn verändern können. Eine Dachklassifizierung und eine Untersuchung des Dach-PV-Zusammenspiels sind daher zwei aufeinander aufbauende Informationen. Der BROOF-Leitfaden erklärt die Unterschiede.

Warum die Einbaulage die Aussage verändert

Unter einer neuen Dachbahn liegt eine mineralische Platte vor Witterung geschützt. Auf der Abdichtung steht dieselbe Materialfamilie im Wasser-, Frost- und Windgeschehen. Unter einer Betonplatte wird sie anders erwärmt und befestigt als oberhalb weicher Dämmung.

Die FRISSBE/ZAG-Leitlinie betrachtet deshalb das Gesamtsystem aus Dach, PV-Anordnung und Nutzung. Eine sinnvolle Auswahl beginnt mit dem tatsächlichen Schichtenaufbau, dem erwarteten Brandszenario und dem Schutzziel. Erst danach lassen sich Materialklasse und Konstruktionsnachweis zuordnen. [3]

So lesen Sie ein Angebot

Ein gutes Angebot nennt die konkrete Platte, ihre Dicke und Flächenmasse. Es ordnet die Unterlagen getrennt nach Material, Konstruktion und Projekt ein. Bei Abweichungen zeigt es, welche technische Begründung erforderlich ist. So wird aus einer Sammlung von Logos eine verständliche Entscheidung.

Für die Abstimmung mit dem Versicherer hilft eine einseitige Gegenüberstellung: geforderte Leistung, angebotener Aufbau, passender Nachweis und offene Abweichung. Unser Leitfaden für Versicherervorgaben führt durch diese Schritte.

Steht in der Anforderung EI 30 oder BROOF(t1), beantwortet ein A1-Datenblatt diese Anforderung nicht. Fordern Sie den Nachweis für das betreffende Bauteil oder den Dachaufbau an.